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  • Esaite-Berichte: G&L Tribute ASAT Classic Bluesboy/ G&L Tribute COMANCHE/

    Göldo BACKBOX/ G&L Tribute ASAT Special

     

 

 

Schon wieder was aus der Gattung der Telecasters. Das war ja irgendwie längst fällig: Beim hiesigen Erfahrungskontingent hinsichtlich von

US G&L ASATs fragt man sich früher oder später, soll ich mir nicht lieber ein Paar Euros sparen und eine indonesische G&L anschaffen?

Die Fertigungsqualität scheint da ja kaum noch einen Unterschied zu machen.

 

Die Pickups kommen aus den USA. Brücke und Elektronik werden nach amerikanischen Originalvorgaben in Fernost gefertigt. Das dreitonige Sunburst umrahmt quasi den Sumpfesche Korpus, der dem Anschein nach aus zwei Teilen zusammengesetzt ist. So, das stimmt nicht. Ein entsprechender Lichteinfall offenbart gerade eine weitere Leimnaht. Also die Gute ist faktisch und erwartungsgemäß dreiteilig. Bei deckenden Farben wird auch

schon mal die Linde als Korpusholz verwendet. Vom Gewicht her hat man konkret mit knapp 3,9 kg zu hantieren.

 

Immer wieder spannend: Unboxing the Axe! Raus aus dem Karton mit der Else. Optisch wie gewünscht, Saitenlage übertrieben hoch geraten.

Werksaiten dürften mal wieder D'Addarios sein. Entwickeln guten Druck, aber etwas spröde in der Bespielbarkeit - alles okay.

  

 

 

 

Bestimmt empfindet das mancher als Meckern auf hohem Niveau: Vor allem die G-Saite braucht noch etwas Druck im Sattel und der D-Saite

wird es sicher auch nicht schaden, wenn wir gleich die beiden Tuner staggern. Unterlegringe von Göldo waren ja noch ausreichend vorhanden.

Der Tuner für die G-Saite bekommt 2 Stück spendiert. Der D-Saite wird ein Ring reichen. Da keine Laschen gegen das Verdrehen nötig sind,

knipsen wird das ensprechende Teil von den Ringen ab. Wie ewig schon bei Fender sind diese Tuners mit 2 Stiften in der Kopfplatte fixiert.

 

 

 

 

 

 

E6 und A5 haben wie meistens genug Druck im Sattel. H2 und E1 werden von einem simplen Saitenniederhalter (Stringtree) nach unten gedrückt.

Hier direkt unten im Bild die Saitenlage aus Sicht der dicken E-Saite. Das bremst die Spielfreude nicht unerheblich, läßt sich aber leicht beheben.

 

 

 

 

 

 

Jetzt sieht das schon viel besser aus und bringt das gewohnt amgenehme Spielgefühl. Die Saiten sind bestens über dem Hals zentriert.

Was schon beinahe als seltene Überraschung zählt, ist, dass der Halswinkel in der Fabrik tatsächlich perfekt abgestimmt worden ist.

 

 

 

 

 

 

Wer noch kurz zur Orientierung in die Zahlenwelt eintauchen will, bekommt jetzt sein Futter. 

 

     Bridge-Pickup 5,95 kOhm, Neck-PU 8,0 kOhm, beide 3,45 kOhm.

     Breite des Sattels 42 mm. Halsbreite am 5. Bund 47,1 mm. Am 12. Bund sind es dann schon 52,4 mm.

     Halsstärke am 1. Bund 20,0 mm. Am 5. Bund bekommt man es mit 21,8 mm zu tun. Halsstärke am 12. Bund 23,3 mm.

     Wie bei den Fender US Teles liegt das Stringspacing bei den üblichen 54 mm. Die konvexe Griffbrettkrümmung

     ergibt sich aus einem Halsradius vom 9 Zoll.

 

 

 

 

An dieser Gitarre gibt es nichts auszusetzt. Klingt gut, sieht gut aus, spielt sich nach Einstellung der Saitenlage bequem und kostet kaum was.

Als Restposten konnten wir diese Gitarre für 319 EUR ergattern. Selbst für den doppelten Preis stimmte der Gegenwert immer noch.

Ich bin fassungslos, was heutzutage für kleines Geld alles möglich geworden ist.

 

Für die amerikanische Serie kann man nur hoffen, dass noch genügend Leute im herkömmlichen Statusbewusstsein unterwegs sind,

weil, das kann ja nicht gut sein, zu dem Preis und gern möchte man doch etwas haben, was sich andere nicht mal eben so leisten können.

Wozu denn sonst die ganze Plackerei, hilflose Arroganz und eingeengte Egozentrik.

Oh Gott, das klingt schon arg moralisch. Sorry - wollte ich nicht... Schnell zurück zur Gitarre.

 

Der erfahrene Gitarrist wird sich vielleicht einen etwas dickeren Hals wünschen, was dem Beginner nicht unbedingt entgegen käme.

Trotzdem wirkt der Hals als gelungener Kompromiss zwischen Vintageknüppel und Ibanez-Spargelhals überzeugend und ausgesprochen

praxistauglich. Auch der Humbucker geht voll in Ordnung. Er überträgt das Gespielte wie man es von wesentlich teueren Gitarren gewohnt ist.

In der Kombination mit dem Stegtonabnehmer bleiben keine Wünsche offen.

 

Letztes Wochenende war gerade ein Gitarrenlehrer bei mir einige Stunden auf Besuch. Der brachte eine seiner dicken Jazzgitarren zur

Einstellung der Saitenlage und Griffbrettreinigung vorbei. Beim gemeinsamen Jammen drücke ich ihm abschliessend die G&L Bluesboy in die

geübten Finger. Und er staunte nicht schlecht über Sound und Qualität des Geräts. Wo er doch zurzeit eine PRS 305 häufig beackert

hatte, überrasche ihn dieses Preis-Leistung-Verhältnis. Für 20% der Anschaffungskosten der PRS soviel Gitarre von G&L Indonesien.

Da kam dann nicht vollig überraschend die Frage "Soll ich mir die nicht auch zulegen?"

 

 

 

 

 

 

 

B l u e s b o y ' s   N e w   N e c k   P i c k u p

 

 

 

 

Gegen den originalen G&L Neck-PU läßt sich nicht viel sagen. Harmoniert sehr gut mit seinem Pendant an der Brücke und produziert auch in der

Tonabnehmerschalter-Mittelstellung einen vortrefflichen Klang. Allein ereilt ihn im Zuge der Brummunterdrückung ein Abfallen der Brillanz, was

erst einmal völlig normal erscheint und Jazzer sehr recht sein dürfte. Sucht man aber auch am Hals ein singlecoiliges Glitzern und die Offenheit des Tons, wäre ein Versuch mit einem neuen Pickup durchaus von Interesse. Ach was! Wir hatten ja gerade die Tonrider Rebel 90 in einer PRS SE Singlecut Trem montiert. Das kommt dermaßen überzeugend rüber, so dass man sich kaum erwehren kann, so ein Teil auch woanders mal zu probieren.

 

 

 

 

Genau das ist gerade passiert. Humbucker aus dem Schlagbrett befreien und ablöten. Der besitzt 4 Strippen. Die heiße Schwarze muss vom

Schalter und die Masse vom Poti-Gehäuse verschwinden (die anderen beiden der insgesamt vier sind zusammengelegt und isoliert). Der Rebel 90

Singlecoil wird entsprechend mit seinem Draht und der Abschirmmasse angebracht. Jetzt nur darauf beim Verstauen drauf achten, dass das Abschirmgeflecht nicht mit den Schalterkontakten zusammentrifft.

 

 

 

 

Da ist er. Eine Stunde hat es nun doch gebraucht. Sieht gut aus, die Höhe wird justiert und dann ran an den Verstärker. Der G&L Pickup und der

neue Rebel 90 weisen einen fast gleichen Wicklungswiderstand von gut 8 KOhm auf. Genau, es ist wie gedacht. Der Rebel 90 am Hals macht sich

bestens. Feine silbrige Höhe schimmern dank AlNiCo 2 Magneten. Der Output ist nicht wummerig und passt zum Bridge-PU. Da kommt Freude auf.

 

 

 

 

Wie man mitbekam, hatten es doch schon einige Leute mit einem anderen Humbucker versucht. Hier die Alternative: P90 im Humbucker-Format.

Der Teufel scheisst ja bekanntlich immer auf den größten Haufen (wie beim Zinseszins), allerdings kriegt man diesen PU bei Amazon für EUR 51.

 

 

 

 

Warum klingt es nun mit dem Rebel 90 in der Bluesboy aber nicht ganz genauso wie in anderen Gitarren? Schraubhals, eingeleimter Hals, andere

oder bessere Hölzer? Hm, die Bilder sollten den geneigten Betrachter eigentlich schon auf die richtige Spur gebracht haben. Es hängt stark

mit der Einbauposition zusammen. Orientieren wir uns unabhängig von der Mensur an der Mitte der Polepieces (Magnetische Schrauben in

der Mitte der Pickups), sehen wir nachstehende Abstände vom Sattel aus gemessen: Bluesboy 507 mm, Selbstbau-Tele 495 mm, PRS SE 487 mm.

Je dichter der Tonabnehmer am Hals sitzt, desto bassiger, weicher, voller und bauchiger kann es werden. Daher wirkt der Rebel 90 in der

Bluesboy etwas straffer und weniger vollmundig, trotdem aber gut. Alternativ könnte man einen Humbucker verwenden, bei dem sich die

Spulen auch einzeln ansteuern lassen. Dann wäre die halszugewandte Spule einen Tick dichter an der Halstasche. Na denn.

 

 

 



B l u e s b o y   m i t   T - T u n e   B a s e p l a t e   u n d   F e n d e r   S a d d l e s 

 

 

 

 

Unsere Squier Tele Thinline 1969 bekam unlängst eine T-Tune Grundplatte verpasst (Oh Mann, ist auch schon wieder ein Jahr her).

Diesen positiven Effekt wollen wir auch an der dieser G&L Tribute BB ausprobieren. Auch wenn die Intonation mit den drei Fender Reitern

etwas leidet, wollen wir einen Versuch starten. Wenn's zu schlimm mit der G- und D-Saite wird, können wir ja immernoch auf kompensierte

Reiter umschwenken. Drei Fenderreiter gegenüber 6 G&L-Saitenreitern ergibt weniger Klöterkram, der Schwingungsenergie frisst.

 

 

 

 

Der Austausch ist schnell erledigt und die Auswirkung immens. Mir entfleucht ein "Huch!" und das, ohne die Tele am Amp zu spielen.

Seit dem wird sie dauernd zur Hand genommen, weil's lauter, direkter und glockiger geworden ist. Meine Güte, wenn die Dinger

inzwischen nicht so teuer wären, würd ich glatt noch welche bestellen.

 

Momentan kostet eine Spezialgrundplatte so um die 50 Euros. Toll, wenn man für zwei bezahlt und drei bekommt. Soweit hat aber der Hersteller/Vertrieb sein Angebot nicht entwickelt - schade eigentlich. Denn heutzutage geht der Trend ja eindeutig zur Dritt-Tele und Viert-Tele !?

 

 

 

  

 

 

Bin gespannt, wann Fender selbst so etwas vom Werk aus anbietet. Die könnten ja mal Lizenzen abdrücken und den Rest der Welt damit

beglücken. Ich fände es auf jeden Fall prima ! Gerade kommt schon wieder ein Jazz-Gitarrist vorbei und lässt seine Stefan Hahl Baton Rouge

und Launhardt Gitarre einstellen. Er bekommt die Bluesboy in die Hand gedrückt. Kommentar: "Da haste aber was Gutes erwischt. Sieht gut aus,

spielt sich wie Butter und klingt!".

  

 

 

 

  • Esaite-Berichte: G&L Tribute Comanche

     

 

 

Aus der gleichen Serie hier mal etwas Strat-Artiges. Traditionsgeprägte Gemüter wundern sich, was das denn jetzt schon wieder soll? So eine 

Art Stratocaster mit komischen Tonabnehmern, in etwa wie beim Fender Precisions Bass. Okay, die nennen sich Z-Coils. Na, das Kind braucht halt

einen Namen. Die Comanche gibt es aus Mahagoni, angeblich Linde und hier Swamp Ash. 600 bis 700 Flocken müsste man im Laden dafür berappen.

 

 

 

 

Die eigenen Aktivitäten zum bevorzugten Endmontage-Zustand wiederholen sich. Zu lange Mechaniken-Schafte werden tiefer gelegt. Bei diesen

Tunern wird die seitliche Lasche des Unterlegplättchens kurzer Hand abgeknipst, da sie nicht benötigt wird und sonst auch überstehen würde.

In der Halstasche finden wir schon einen kleinen Streifen Schmirgelpapier für eine zarte Korrektur des Halswinkels. Wir bessern das noch nach. 

 

 

 

 

 

 

Ist der Hals ohnehin ab, kann man - wenn man denn will - die Schrauben gleich gegen wertigere austauschen. Fünf Federn werden übrigens

zwar vom Stahlblock des "Drehpunkt"-Tremolos, aber nicht von der Federkralle akzeptiert. Nur wer die tauscht, kann hier mehr unterbringen.

Wir dämpfen mit etwas Schaumstoff aus den üblichen Pickup-Schachteln die akustischen Irritationen, die hier entstehen können. 

 

 

 

 

An Reglern gibt es zum Volume/Lautstärke noch ein Treble- und Basspoti. Zieht man das Höhenpoti hoch, werden weitere Pickup-Kombinationen

bereit gestellt. Wir kürzen das mal ab: Bridge = B, Middle = M, Neck = N. Üblicherweise wirkt sich das beim 5-Weg-Schalter wie folgt aus:

 

B,   BM,   M,   MN,   N    Im zweiten Modus wären das BN,   BMN,   M,   BMN,   BN. Wegen Doppelbelegungen kommt man zusammen mit den

ersten 5 Standard-Varianten auf insgesamt 7 Stück. Die Widerstände der Tonabnehmer ergeben sich nachgemessen folgendermaßen:

B = 7,96 kOhm, M = 4,89 kOhm, N = 4,91. Ist man weniger pingelig ist, kann man vereinfacht sagen, der Bridge PU hat einen Widerstand

von 8 kOhm und die anderen beiden jeweils 5 kOhm.

 

 

 

 

Die Comanche ist eigentlich eine Überraschung. Nicht weil das Verarbeitungsniveau bis auf eine Kleinigkeit in der Tremolofräsung wirklich als

gut bezeichnet werden kann, sondern weil sie fast schon eine Art Über-Strat ist. Jedenfalls in der Escheversion kann sie die eine oder andere

"normale" Stratocaster locker in die Tasche stecken. Wer "optische Bedenken" hat, sollte sich davon bloß nicht abschrecken lassen.

Wir haben das gute Stück schon mehrfach bei Sessions und Aufnahmen eingesetzt und anderen Leuten in die Hand gedrückt - Volltreffer !

 

 

 

 


Tremolo-Stabilisator Göldo Backbox

 

 

Die Balance aus Saitenzug und Federspannung gerät leicht ungewollt aus dem Ruder. Tremolieren macht Spaß, zieht aber in der Regel

einige unschöne Konsequenzen in Sachen Stimmung nach sich. Mit Göldos Backbox oder Rockingers Black Box soll jetzt alles besser

werden.

Diese gern gespielte G&L Tribut Comanche bekommt so ein Teilchen eingebaut. Dazu sollte man das Tremolo zunächst einmal

fachgerecht einstellen, was hier nun meint, dass die Basisplatte über dem Body rund 2 bis 3 Millimeter schwebt. Wenn das

noch nicht erreicht und zu hoch ist, einfach die Federspannung auf der Rückseite mit dem Schraubendreher erhöhen - also

Schrauben reindrehen. Und dabei präzises Gitarrestimmen nicht vergessen!

 

 

 

 

Rechts unten der Ausgangszustand nach Tremolojustierung. Dann kann man mal die Backbox zwischen die Federn legen und Markierungen

für die Verschraubung festlegen. Backbox und Tremoloblock sollen auf jeden Fall einen rechten Winkel zueinander bilden. Hier ist

übrigens die Federkralle nicht genau mittig vom Werk aus eingesetzt worden. Aber das lassen wir einfach wie es nun mal ist. Ach genau:

Wie in der Anleitung erwähnt, den Anschlagbolzen rund 12 mm vorstehen lassen. Dazu die Einstellmutter links am Ende drehen.

 

 

 

 

 

 

Der Stabilisator ist nach Einbauanleitung eingesetzt und verschraubt. Mit der Feinjustierung wird man noch eine ganze Weile brauchen,

bis die volle Funktionalität gewährleistet ist. Wie heißt es dort so fröhlich auf dem Zettel? "Einfach ausprobieren - Versuch macht klug!".

Ach, da bin ich aber schon mal sowas von beruhigt. Nee, das hatte ich ja lange nicht mehr...Die Einstellmutter für den Federdruck ist
mit den Fingern schwer zu drehen, aber mit Geduld (Gewalt) und Spucke wird es gehen. Mit einer Zange ist es hingegen locker machbar.

 

 

 

 

 

 

Freundlicherweise findet man in der Anleitung auch den Hinweis, dass die Saiten nicht im Sattel klemmen sollten. Also widmen wir uns unserem.

Sind die Schlitze zu eng oder zu tief ("tief" bedeutet, die Schlitztiefe ist korrekt, aber der Sattel an sich ist noch recht hoch), empfieht es

sich, da auch noch etwas basteltechnisch tätig zu werden. Am Ende schmieren wir die Schlitze mit Silikon-Öl.

 

 

 

 

 

 

Eigentlich haben wir mittlerweile doch wohl alles erledigt, stimmen noch einmal, drücken das Tremolo zweimal vollständig nach unten und

lassen es in die Ruhestellung/Grundposition zurückfedern...? Ich würd mal sagen, das ist noch nix. Der Polytune zeigt unmissverständlich

wiederholte Male das gleiche Ergebnis. E, G, H, e sind zu hoch.

 

Gut, auf jeden Fall sind zuviele Wicklungen auf den Mechaniken drauf. Die lockern sich und geben dann hernach in der Grundposition die

Saitenlänge bei Normalspannung nicht vollständig wieder her. Da kann man also noch was machen oder überlegt sich in Ruhe, ob nicht

vielleicht Klemmmechaniken die richtigere, beziehungsweise bequemere, Wahl sein könnten?

 

 

 

 

Was kann nun vorerst das Fazit sein? Wirklich, keine Ahnung. Das Teil kostet rund 15 EUR, hat einen guten Ruf und kann heute hier die

erwartete Leistung nicht voll rüberbringen. Eine zurückhaltende Erwartungshaltung ist also von Vorteil. Wie man sieht, braucht es mehr als

nur einen Schraubendreher, um mittels Backbox in einen problemlosen Tremolomodus zu gelangen. Ich glaub, für heute lass ich es mal gut sein.

 

 

Nächster Angang. Hier eine famose G 260 von Cort mit splitbaren Mini-Humbucker (Duncan Design). In klassischer Heimwerkermanier wurde

das Tremolo (Wilkinson VS 50 II) stillgelegt. Zwei Holzblöckchen und fertig. Die Gute verfügt über Klemmmechaniken und einen simplen

Rollensattel. Dezente Roller-Stringtrees sind auch mit von der Partie. 

 

 

 

 

Der Gedanke, ob es denn mit dieser reibungsärmeren Ausstattung besser läuft als bei der Comanche, wird sich nun gleich zeigen.

 

 

 

 

Der nächste Tremolostabilisator wird mittlerweile fix eingesetzt und ? Hm, ganz ehrlich? Ja, äh, das ist gar nicht schlecht. Mit Verlaub,

so wirklich zufrieden bin ich bisher noch nicht. Die Funktionweise ist insgesamt etwas besser, aber noch nicht so, dass man sorgenfrei

im Rahmen der Gegebenheit vor sich hin tremolieren könnte. Ein wenig Enttäuschung ist schon noch vorhanden. Vielleicht muss man

sich noch einige Male hinsetzen und sich damit weiter beschäftigen. Möglicherweise habt Ihr diesmal einen Tipp für uns, der den

Durchbruch in Sachen Tremologlück bringt?

 

 

 

 

 - Manchmal haben ja alte Lagerbolzen eine Kerbe, so dass man die minimal drehen muss, damit sich eine unabgenutzte Stelle ergibt.

 - Kann auch sein, die Basisplatte hat zwischenzeitlich hakelige Rillen, die den ungehinderten "Saiten-Rückfluss" leicht einschränken.

 - Beim Wilkinson-Tremolo die Fixierschrauben der Saitenreiter gelegentlich festdrehen verhindert ein Verruschen des Blöckchens.

 - Nicht wirklich selten klemmen auch die Ballends der Saiten im Tremoloblock.

 

Ach Leute, wenn sich hierzu was Positives ergibt, seid Ihr die Ersten, die es erfahrt.

 

 

 

 

 

Esaite-Berichte: G&L Tribute ASAT Special

 

 

 

 

Sieht aus wie eine Telecaster, ist aber keine? Nun gut, heißt ja auch Special. Wesentliche abweichende charakterbildende Bausteine sind die Pickups

und die Brücke. Hier gibt es kein fenderstyliges 3-Doppel-Reiter-Blechgedöns. Die Pickups wirken auf den ersten Blick mit gibsoiden P90 verwandt.

Was historisch mit "special" oft gemeint war, wissen die meisten: Budget- und Schülermodelle. Das kann man bei dieser Gitarre vergessen.

 

"Tribute" ist ein Hinweis auf nichtamerikanische fernöstliche Fertigung. Ja genau, Indonesien. Und günstiger sind die dort hergestellten

Instrumente allemal. Dass sie deshalb erheblich weniger taugen, scheint dann eher in das Reich der Mythen und Legenden zu gehören.

Okay, das passt nicht so ganz zu den üblichen Lieblingsthemen am Musikerstammtisch: Alt und aus den USA soll es mindestens sein.

Nebenbei, eine teletypische Kontrollplatte für Regler und Schalter fehlt auch - oh Mann. Damit kann man nostalgische Rustikalität

komplett abhaken. Nö, die ASAT Special kommt schon mit einem gewissen Schick daher und weiß auf ihre Art manchem zu gefallen.

 

 

 

 

Gewölbte Decke. Na, der Korpus ist auf der Oberseite gewölbt. Eine Decke existiert nicht, sondern eine Folie (hauchdünnes Furnier) ziert

die Vorderseite der ASAT Special. Das allerdings auf attraktivste Weise. Im Kern haben wir es nun mit einer zweiteiligen Swamp Ash - Gitarre

zu tun. Sowohl dies als auch der Ahornhals mit Palisandergriffbrett entsprechen dann schon den woody Basics einer traditionellen Telecaster.

Die Korpusstärke am Halsansatz macht gut 45,5 mm aus und verflacht sich zu den Rändern des Bodies auf rund 37,5 mm - also keine reine Planke.

 

 

 

 

 

 

Auf dem Hals gibt es Jumbo-Frets. Das ist nichts für Leute, die mit ihrer Greifhand großen Druck anwenden, weil Achtelgrooves das

musikalische Universum dominieren oder man im Hauptgewerbe eher mit gröberen Dingen seinen Tag verbringt. Das gilt auch für die

Westerngitarrenspieler, die keine Taylor oder Takamine gewohnt sind. Die paar anderen werden es vielleicht mögen, wenn sie auch

mit scallopedten Hälsen weniger Probleme haben. Das ist jetzt aber nur als einfache Tendenzmeldung zu verstehen, da die Bundierung

moderne Spielweisen unterstützt.

 

 

 

 

Leichter Schmuddel geht gut weg, wenn man einen Küchenschwamm mit Spülmittel verwendet. Rasierklingen und Teppichmesserklingen würd

ich mal weglassen. Gern darf nach dem Ablüften eine Abreibung mit (Pflege-)Öl stattfinden, zur Not auch aus der gut sortierten eigenen Küche.

Bevor's ans Shopping geht, erstmal sehen, was man so alles zuhause da hat. Improvisieren ist nicht nur beim Solo immer die erste Wahl.

 

 

 

 

 

 

HiMass-Bridge aus dem Hause von G&L auch auf Bässen in Verwendung. Saitenreiter lassen sich nach der Einstellarbeit seitlich zusammenklemmen.

Saiten gehen nicht durch den Korpus. Guter Druck ist trotzdem gewährleistet. Allzumal wenn der Halswinkel noch etwas steiler eingerichtet

wird. Weiterer Vorteil: Die Madenstrauben für die Höheneinstellung der einzelnen Saiten stehen nicht über. Fender macht es jetzt ähnlich.

 

 

 

 

Am wenigsten Druck im Sattel haben die D- und G-Saite. Daher senken wir die beiden Mechaniken etwas ab. Das geht mit Stagger-Rings

oder einem weiteren Rollen-Saitenniederhalter. Zwei davon wären für die schon ins Hirn eingebrannte Optik vielleicht etwas zu viel.

 

 

 

 

Wider die Erwartung. Die Jahresringe des Maple Necks laufen nicht alle komplett von vorn bis hinten durch. Es sind nur ungefähr etwas mehr

als die Hälfte. Eine der Korpushälften sieht gleichfalls nach einem krummen Knüppel (oder sagen wir besser Stamm) aus. Klangbildend ist ja

in erster Linie der Hals. Von daher wirkt die durchaus reiche Klangausbeute doch eher überraschend und zeigt, dass nicht alles immer

per Auge - will sagen mit fachmännischem optischen Ersteindruck -  vorhersagbar zu sein scheint. Dies soll aber nicht ausschließen, dass

ein Hals mit noch besserer Struktur möglicherweise für noch höhere musikalische Qualitäten sorgen könnte.

 

Naja, das kann zu der Frage führen, ob ein Hals aus super Holz mit mäßigem Schnitt nun im unseren Sinne wertiger sein kann, als ein Hals von eher geringer Qualität mit perfektem Schnitt (so gut wie alle Ringen laufen durch)? Kein Stück ist generell genauso wie das andere. Wobei manche

Holzsorten eine höhere Gleichartigkeit in der Qualität ergeben als andere mit deutlicher Varianz. Daher auch der Ansatz, Hälse mehrteilig zu bauen,

was hohe Stabilität und auch klangliche Neutralität hervorbringt. Ein Hals, der lange hält, aber nicht charakterstark klingt, wäre nun nicht

meine erste Wahl, kann aber für bestimmte musikalische Zwecke, das Richtige sein, da nicht nur das Holz alleiniger Tongeber ist, sondern

eine von mehreren obertonproduzierenden Komponenten nebst der grundsätzlichen Bauweise.

 

 

 

 

   Halsbreite am Sattel     42,6 mm          Halsdicke am 1. Bund    21,0 mm

   Halsbreite am 12. Bund  53,1 mm          Halsdicke am 12. Bund  23,0 mm

 

Damit fühlt es sich nach einem nicht ganz flachen C-Profil bei geräumiger Breite an.

Das Stingspacing an der Brücke (zwischen den einzelnen Saiten) wirkt mit 11,3 mm großzügig ausgewachsen.

Am Sattel liegt der Saitenabstand knapp unter 7 mm. Hier passen moderne Optik und die Art der Bespielbarkeit zusammen.

Dazu werden sich viele über das Gewicht der ASAT Special freuen, (wenn es denn immer ähnlich wäre) denn dieses mal sind es nur 3,41 kg.

 

 

 

 

 

 

Was war einzustellen, ist schnell beantwortet. Zunächst wurde der Halswinkel angepasst. Die Schlitze im Sattel wurden minimal tiefer

gefeilt. Gut, wie oben erwähnt haben wir 2 Mechaniken tiefergelegt, dazu noch die Brücke justiert und danach mit der Höhe der

Tonabnehmer experimentiert. Mehr war es außer einer Reinigung nicht. Also alles nur standardmäßig unkompliziert und schnell gemacht.

 

Ein Wort zu den Tonabnehmern. Es sind Singlecoils mit wenig Draht auf den Spulen, die dank kräftiger Keramikmagneten (Eisen-/Metalloxid)

hohen Output leisten. Der Bridge PU kommt mit einem Widerstand von so gut wie 5 kOhm, während man am Hals einen Wert von 4,88 kOhm

messen kann. Sie sind nicht so fein in der Tondarstellung wie AlNiCo gepowerte Pickups, gehen aber in der Höhendarstellung deutlich

in die Richtung, die man von einer telestyligen Gitarre erwartet. Damit ist schon mal sichergestellt, dass das dann mit dem Countryberger

auch klappt. Zu dicht sollten die beiden Kollegen aber unter die Saiten nicht gedreht werden.

 

Ohne Frage eine gute Gitarre mit eigener Persönlichkeit. Also eher etwas für Jungs und Mädels, die den Mainstream hinter sich gelassen haben

und ein ausgewogenes Preis-/ Leistungsverhältnis schätzen. Wobei, was heißt hier ausgewogen? Ohne ins philosophisch Anstrengende abzugleiten,

sollte es an dieser Stelle besser unausgewogen heißen, denn es gibt viel Gitarre fürs Geld - man muss es nur mögen.

 

 

 

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