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Esaite-Berichte: Tuning eines SPL-Cabulators

Pauer to the Bauer, Schreck lass nach, schlimmer geht's nimmer! Vorwiegend alte Amps ohne getrennte Vorstufen- und Endstufen-Lautstärkenregelung (Gain und Volume) werden für ihren leicht komprimierten und sahnig angezerrten "Tone" geliebt und gesucht.  Das Ganze funktioniert nur bei voller Power, welche die Endstufe in die Sättigung treibt.

 

Um den klanglichen Genuß und das Spielgefühl auch bei ziviler Lautstärke zu bekommen, muss der Verstärker zwar reichlich aufgedreht sein, aber ein Teil der Energie, die zur Box läuft wird statt in Lautstärke in Wärme umgewandelt.

Klar, mit elektrischen Widerständen kam man den Proberaum heizen. Geräte, die das bewerkstelligen kam man unter der Bezeichnung Power-Attenuator, Power-Soak, Power-Break, etc. erstehen. Unser Gastautor Mathias hat sich soetwas angeschafft und berichtet im Folgenden unter anderem in diesem Zusammenhang auch von einem kleinen Schrecken.

 

 


 

Beim Cabulator handelt es sich um eine Kombination aus Power-Soak, DI-Box und Recording-Tool. Das gute Stück wurde vermutlich gemeinsam von den Firmen Tonehunter und SPL entwickelt. Tonehunter baut Amps und Pedale in Kleinserien, SPL ist unter anderem bekannt für diverse Entwicklungen von Hard- und Software in der Studio-Technik. Beziehen

läßt sich der Cabulator jedenfalls über beide Firmen.

Die meisten amtliche Produkte aus der Riege der Power Soaks, wie etwa von THD, Tube Amp Doctor (TAD) oder Koch, sind jeweils für nur eine Impedanz ausgelegt. (entweder 4, 8, oder 16 Ohm) Nicht so der Cabulator, der nur an den

8 Ohm-Ausgang des Amps angeschlossen wird, dann aber Cabinets von 4 Ohm bis 16 Ohm bedient.
Da meine vorgesehen Anwendung durchaus den Fall vorsieht meinen 100er Marshall (1959 JMP MK2, eben ohne Master) an verschiedene Cabinets anzuschließen, wurde ich auf den Cabulator aufmerksam. Diverse Erfahrungsberichte ließen Vielversprechendes erahnen.

Mein Cabulator kam über Ebay zu mir, da der Verkaufspreis doch im Vergleich zu anderen Power Soaks recht hoch schien. Kaum da, war er schon zwischen Amp und  Box geklemmt. Natürlich ersteinmal mit meinem geliebten Marshall Halfstack. Ich probierte verschiedene Gitarren bei unterschiedlichen Lautstärken aus. Nach etwa 20 Minuten kam mir ein seltsam bekannter Geruch in die Nase. Ich überlegte, an was mich dieser Geruch erinnerte und sah im gleichen Augenblick

dünne Rauchfahnen aus dem Gerät aufsteigen....NOT-AUS.

 

 

 

 

Zum Glück entstand kein größerer Schaden. Das Gerät war nach dem Abkühlen noch funktionstüchtig. Eben solide Qualität, made in Germany. Allerdings hatte einer der Lastwiderstände (R1) seine Baugröße etwas verändert. Der Spulenkörper ragte etwa 5mm aus dem Alugehäuse. Also nicht mehr einsatztauglich?...
Ein Telefonat mit einem der freundlichen Entwickler von SPL ergab die Option, den Cabulator für größere Leistungen zu ertüchtigen.
Dafür wäre ein Upgrade der verwendeten 50W-Widerstände auf die entsprechende 100W-Variante erforderlich. Überhaupt sei der Cabulator nur für 70% der angegebenen Leistung einzusetzen. Das steht zumindest in der Bedienungsanleitung, die ich natürlich mal wieder nicht gelesen hatte, Fachkundige Anwender wissen natürlich auch, dass ein 100W-Marshall Amp im Volllast-Betrieb mehr als "nur" 100W produziert. Aber wer weiss das schon. Kann man dieses Fachwissen einfach voraussetzen? Schließlich steht auf der Rückseite des Gerätes, dass maximal 100W-Amps anzuschließen sind. Also kein 100er Marshall??? Das hatte ich nicht erwartet!

Nach einiger Überlegung bestellte ich 3 x 100W-Widerstände mit den identischen Widerstandswerten von 8,2 Ohm und der Belastbarkeit von 100W bei Tube-Town. Ein Stück 4mm dickes Alulech als neues Trägerblech, sowie Kupferdraht mit dem Querschnitt von 1,5 mm2 (2 als Hochzahl) hatte ich noch liegen. Auf Empfehlung des SPL-Entwicklers kaufte ich auch noch einen Rippenkühlkörper und Wärmeleitpaste für die Montage.
Als die Teile ankamen, war mir schnell klar, dass der zur Verfügung stehende Platz des großzügig bemessenden Gehäuses knapp werden würde.
Die Widerstände würden nicht in der selben Konfiguration in das Gerät passen. Erst recht nicht mit dem großen Kühlkörper auf dem am meisten gefährdeten R1, der direkt vor dem Ausgang liegt. Schnell war klar, dass die Widerstände in 2 Ebenen liegen müssten, und dass das Trägerblech dafür rechtwinklig gebogen werden müsste. Da konnte eine Schlosserei in der Nähe prompt Abhilfe schaffen.

  

 

 

 

Hier eine ausführliche Übersicht der benötigten Teile und das für den Umbau erforderliche Werkzeug:


- 3x 100W-Widerstände, 5% Toleranz, 8,2 Ohm
- Trägerblech 4mm Alublech ca. 190mm x 95mm, 90° abgewinkelt, abgewinkelte Länge ca. 90mm. Montage erfolgt auf dem

  originalen Trägerblech mittels

- 3x M3 Senkkopf-Schrauben. Senken der Schrauben (für die am Boden angebrachten Stehbolzen) im originalen

  Trägerblech erforderlich um eine ebene Montagefläche zum oben aufliegenden Trägerblech zu erreichen. Befestigung des

  neuen mit dem alten Trägerblechs erfolgt über Verschraubung durch die Befestigungslaschen der Widerstände. Die 

  Widerstände sind jeweils nur mit 2 Schrauben befestigt. Weitere, auf den Fotos zu sehende Schrauben dienen der

  Befestigung beider Trägerplatten miteinander.
- Kühlkörper 50 x 100 x 40mm, auf ca. 65mm Länge gekürzt (entspricht etwa der Baulänge der Widerstände).

- 2x M4-Gewinde für Befestigung am Trägerlech, der R1-Widerstand wird dazwischen geklemmt
- Wärmeleitpaste für die Montage der Widerstände auf dem Trägerblech und des Kühlkörpers mit dem R1-Widerstand.
- Für die Befestigung der Widerstände: M3-Gewindebohrer, vorgebohrt mit 2,5mm HSS-Bohrer. Original-Schrauben

  verwendbar.
- Für die Befestigung des Kühlkörpers: M4-Gewindebohrer, vorgebohrt mit 3,2mm HSS-Bohrer,  2x Schrauben M4x40mm

  (Kühlkörper), diagonal positioniert
- Draht in blau und rot, entsprechend der Originalverdrahtung (andere Farben sind auch erlaubt :-)). Größere Längen als

  zuvor erforderlich.
- Lötkolben, Zinn, Seitenschneider, Spitzzange, Schraubendreher, Maschinenschraubstock, M3+M4-Gewindebohrer mit 

  Halter, Schneidöl, 2,5+3,2mm-Bohrer, Senker, Körner, Feile, Filzstift, Akkubohrer.

 

 

 

 

 

Die Kosten für den Umbau betrugen insgesamt etwa 30 - 40 € davon 23 € für die Widerstände, 6 € für den Kühlkörper und 2 € für Wärmeleitpaste, plus einige Euros für den Versand. Kupferlitze, sowie Alublech hatte ich noch. Hier könnt ihr notfalls auch Alu-Riffelblech oder Stahblech verwenden. Allerdings solltet ihr bedenken, dass das Blech dick genug zum Einbringen für die Gewinde sein sollte. Falls ihr für die Befestigung der Bauteile Muttern verwendet, lässt sich das neue Trägerblech nämlich nicht ohne Abstand (bedingt durch die Bauhöhe der verwendeten Muttern) auf dem alten montieren.

In diesem Fall könnt ihr das neue Trägerblech, ohne Verwendung des alten direkt auf dem Gehäuseboden befestigen, wobei die vorhandenen Stehbolzen nicht mehr zu verwenden sind, da sie im Bereich der montierten Widerstände liegen. Entweder schraubt ihr das Trägerblech direkt auf de Gehäuseboden, oder ihr montiert neue Stehbolzen.  Das hört sich alles komplizierter an als es wirklich ist. Der Umbau ist nicht schwierig und hat bei mir ca. 2,5 Stunden gedauert. Wer Fragen hat, oder unsicher ist, darf gern nachfragen.

Ein solcher Umbau ist natürlich nur dann lohnenswert, bzw. erforderlich wenn man wirklich "dicke" Röhrenamps mit viel Leistung drosseln will. Laut Aussage des Herstellers (siehe Bedienungsanleitung) verträgt der Cabulator 70W sinus auf Dauer. Das wird beispielsweise bei einem voll aufgedrehten 50er Marshall schon übertroffen und bei einem AC30 in jedem Fall eng.....man achte auf die Rauchfahnen.

Gruß
Mathias

 

 

 

 

 

 

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